In dieser Reihenfolge lief unser Rennen „Offene Hessische Meisterschaft Kriterium“ in Immenhausen ab. Die Strecke und die Orga sind ja mittlerweile bei uns ins Blut übergegangen, dennoch ist es jedes Jahr erstaunlich, wie viele kleine Dinge noch in den letzten Tagen organisiert werden müssen – hier gilt unser dickes DANKE Bernd. Er ist der Erste und der Letzte vor Ort, und ohne ihn würde es nicht gehen. Klasse, Bernd.
Aber auch für die anderen im Vorstand und im Verein blieb ausreichend zu tun. Von unserer Chefin de Kasse et Verkauf, Berit, bis zu Noah auf dem Wagen und jedem Einzelnen von euch, der sich oder seine Backwerke eingebracht hat – der Vorstand sagt: Danke, danke, danke.
Nicht zu vergessen: Ein superdickes DANKE geht an alle Sponsoren und Möglichmacher.
Einziger Wermutstropfen: Warum um alles in der Welt wollen immer weniger LizenzerInnen am Start stehen, obwohl die Zahl der InhaberInnen doch steigt? Und das betrifft nicht exklusiv unser Rennen, werft mal einen Blick auf andere, schaut auch nicht dolle aus. Wir bleiben aber am Ball und schauen mal, ob und wie wir etwas updaten. Ideen gibt’s genug.
Masters ohne Desasters
Los ging’s um 9 Uhr mit den Mastersklassen. Obwohl es einige sehr skeptische Blicke nach oben in die dunkelgraue Wand und in Richtung Donnergrollen gab, gab Roman die Parole aus: „Das Gewitter zieht an uns vorbei, es bleibt beim Regen. So sagt die App das auch.“ Und so geschah es.
Die drei Rennklassen waren hochklassig besetzt und mit Christoph, Axel Hauschke und Bernd Schmelz fanden sich drei würdige Sieger im sturzfreien Regenrennen. Christoph konnte seine derzeit tolle Form in der Masters 2 bestätigen und meinte: „Die Beine sind noch gut, starte ich in der Elite nachher einfach noch mal.“ Etwas unglücklich verlief der Renntag für Andreas. Er ist ja aktuell hervorragend in Form, allerdings wollte an diesem Morgen der Kreislauf nicht optimal. Nicht wild, es folgt das nächste Rennen, dann mit mehr Glück.
Die Sonne kommt
Auf frisch abgetrockneter Strecke gingen gegen Mittag lediglich vier Frauen auf das Rennen nach Punkten und der Hessischen Meisterschaft Kriterium; drei davon in Blau-Gelb. Während Leevke von Rennen zu Rennen besser wird und die beiden ersten Wertungen gewann, konnte Paula Habeck aus Göttingen aufholen, und nach der vierten Wertung schließlich gab es Gleichstand. Am Ende gewann die Göttingerin mit zehn Punkten vor Leevke. Dahinter fuhren Lydia und Nicole ein beherztes Rennen und durften sich im Applaus sonnen. Wirklich toll zu sehen, wie sie sich den Herausforderungen stellen und mit jeder Menge Spaß dabei sind – da dürfen sich die hessischen Lizenzfrauen, die nicht am Start waren, eine dicke Scheibe von abschneiden. Roman und Noah verneigen sich vom Zielwagen gaaanz tief vor dem gesamten Podium in Blau-Gelb.
Alter schützt vor Sport nicht
Jetzt neu bei German Cycling, die Masters 5 – jedenfalls wenn es nach uns geht. Es war eine Freude, mit anzusehen, wie die Haudegen über die 30 Runden fuhren. Von wegen geriatrischer Bummelzug, das war klasse Radsport. Ulrich Drebing, Wolfgang Fürtig, Hans-Jürgen und Manfred Wenzel gingen mit Feuereifer zur Sache. Daneben machte Udo einen Ausflug in die Rennklasse – und das richtig gut. Mit feinen Kurbelumdrehungen ging es für ihn die kleine Steigung hinauf über Start/Ziel. Und unser Gerd machte auch alles richtig. Als er merkte, dass es zu viel werden würde, ging er besser aus dem Rennen. Ein Jubiläumsrennen Ü70, das auch die Zuschauer begeisterte.
Jung und frisch
Dank „Sparkassen-Fördercup“ fanden sich in den Klassen U11, U13 und U15 ausreichend Fahrer für ein gemeinsames Rennen mit getrennter Wertung. Mit der RSG und Eintracht Frankfurt sowie den Sossenheimern ist der Süden immer mit vielen und guten Fahrern vertreten – da darf der Norden in puncto Quantität gerne noch mal zulegen. Was die Qualität betrifft, braucht sich der Norden nicht zu verstecken. Und Maxi in der U13 ist ein echter Knaller. Es geht sofort mit Vollgas los bei ihm, da werden keine Gefangenen gemacht. Am Ende freut er sich über einen ganz starken Sieg und weiteren Punkten in der Cup-Wertung. Was uns ebenso freut, ist der Einsatz von Jonas und Mattis. Jonas meisterte sein erstes Rennen absolut vorbildlich. Und Mattis hat nun auch den Dreh raus; hier zahlt sich das gezielte TT-Training aus, darauf können wir jetzt aufbauen. Toll, ihr beiden.
Rennfeeling, zum Ersten
Dann kam es in der U17 und U19 zu einem hochklassigen Schlagabtausch. Beide Felder waren stark besetzt. Niklas in der U19 sowie Ole, Konrad und Finn hatten jede Menge zu tun. Toll, wenn in einem solch „kleinen“ Rennen so gut gefahren wird. Gerade Ole zeigte, wie das mit der Positionierung im Feld geht. Zuerst musste er abreißen lassen, kam dann aber nach einigen Runden wieder ins Feld und fuhr sofort auf die für ihn perfekte Position – sehr viel Übersicht von ihm. Finn dagegen muss gerade hier noch mehr an sich arbeiten. Die Power passt, aber das alleine genügt nicht. Cleveres Fahren im Feld macht Plätze gut. Konrad hatte sich den „Holger-Move“ abgeschaut. Die meiste Zeit saß er hinten im Feld, dann kam die Glocke und Konrad machte den Holger: alles raushauen, mit null Chance, es bis ins Ziel zu schaffen. Das hat beim Zusehen viel Spaß gemacht. Und wer weiß? Irgendwann mal schauen sich hinten alle an und nehmen die Beine hoch, und dann hat Konrad eben alles richtig gemacht.
Vorn gab es Attacken satt von Gustav, dem aktuell sehr starken Moritz Dossche aus Frankfurt, Niklas, Benjamin Becker aus Sossenheim und Konrad Schöffberger vom Team Marco Brenner.
Der Zielsprint in der U17 und Moritz Dossche mit dem entscheidenden Fehler. Er schaute nach rechts, ließ aber die Tür links weit offen. Da sagte Gustav gerne „Danke“ und ballerte mit all seiner Sprintkraft zum Sieg. Eindrucksvoll. Die drei schnellen U19er machten die Plätze 1–3 ebenfalls im Sprint unter sich aus. Obwohl Niklas nicht der heldenhafte Sprintertyp ist, war er echt nah dran – am Ende Platz 3. Fein gemacht.
Mehr ging nicht
Sowohl in Hinblick auf Temperaturen, als auch auf die sportlichen Leistungen, denn die Startliste der Männer versprach richtig guten Straßenradsport. Mit Florenz Knauer vom Herrmann Radteam, Simon Keller von der Tuspo Weende, Lukas Voskuhl vom Skull Racing Team und Jakob Keller von Coup Cycle Göttingen machte sich auch gleich ein Quartett nach der sechsten Runde auf den Weg, die kommenden Wertungen unter sich auszufahren. In der 34. Runde erfolgte das Rundenplus für die vier Fahrer. Besonders bemerkenswert: Florenz Knauer fuhr mit 65 von 65 möglichen Punkten einen gran-di-o-sen Sieg ein. Geradezu unfassbar.
Aus blau-gelber Sicht besonders schön: Viele unserer Männer waren am Start. Und alle haben sich echt gut verkauft, auch wenn Noah, Roman und Sebastian doch einige aus dem Rennen nehmen mussten. Bei den brutalen Temperaturen für viele sicher alles andere als enttäuschend. Schön zu sehen, dass Enrico extrem clever fuhr. Wer so unsichtbar im Feld fährt, wird schön nach vorn gespült. Auch Christoph fuhr ein starkes zweites Rennen. Herausragend sicher aber Hans und Daniel. Daniel fährt Rennen um Rennen schneller und hat sich in der Elite mittlerweile bestens etabliert. Den musst du erst einmal vom Hinterrad bekommen, gar nicht so einfach. Ein schöner neunter Platz für ihn.
Hans nimmt in der drittletzten Wertung sein Herz in die Hand und schnappt sich glatt drei Punkte. Hätte Axel Hauschke in der darauffolgenden Wertung nicht ähnlich agiert, hätte es für Hans in der hessischen Wertung sogar noch besser laufen können. So gewinnt er mit seinen sehr späten drei Punkten bei Punktgleichstand das Amateurrennen und wird Dritter im Hessischen Kriteriumspreis. Ganz großes Kino.
Die ZG Kassel sagt DANKE an alle Aktiven. Ohne euch, keine Rennen. Wir freuen uns schon auf euch bei unseren nächsten Rennen: dem Bergzeitfahren zum Dörnberg und dem Crossrennen in Baunatal.
















