Selten gab es ein Wochenende, auf dem die Blau-Gelben Trikots vielfältiger im Einsatz waren. Toll, dass ihr euch auf so unterschiedlichen Terrains bewegt. Das freut den Vorstand und sollte für alle ZGlerinnen und ZGler Ansporn zum Nachmachen sein. Und weil das alles mehr in Buchform, als in einen Artikel passt, hier die direkten Lese-Ansprungpunkte für euch: Bahn in Frankfurt/Oder, RTF im Eichsfeld, Straßenrennen in Breidenbach, unsere Männer in Breidenbach, Kellerwald MTB, Kyffhäuser MTB und last but not least Gravel für Freaks im Harz.

Frankfurter Brummkreisel

Besonders aufregend: sicher Niklas’ Start bei der Bundessichtung auf der Bahn in Frankfurt/Oder. Niklas hatte ja gleich zum Jahresanfang beim HRV-Workshop in Büttgen bewiesen, dass er auch das Thema Bahn kann – umso schöner, dass er diese Chance zum Sammeln wertvoller Erfahrungen nutzen konnte. Fachwart Rüdiger Mey setzte die Materialhebel in Bewegung und mit Hilfe aus Reinheim landete sein Material auch bei Niklas. Danke an alle dafür.

Dann ging es – bestens betreut von Olaf und dicken Dank dafür – in die Einerverfolgung über 3000 Meter. Mit am Start: die Erkältung der Vortage. So standen im Ziel 3:48,03 Minuten auf der Uhr und Platz 41. Madison war ebenfalls noch in Niklas’ Kopf, aber aufgrund der Erkenntnis, dass die Erkältung doch mehr Kraft gekostet hatte, als zunächst geglaubt, ließ er das doch besser. Apropos besser. Im Ausscheidungsfahren am Folgetag fuhr er im schnelleren ersten Lauf auf Rang 14. Das konnte sich doch jetzt wirklich sehen lassen. Alles in allem also zwei tolle Tage für Niklas.

Und auch wenn Gustav in nun für uns merkwürdigen Farben startet, ein Resümee: Er hatte sich trotz seiner Verletzung vom Jahresanfang einiges vorgenommen. Wohl etwas zu viel. Die Vorgabe über 2000 Meter in der Einerverfolgung lag zwischen 2:16 und 2:18. Leider standen im Ziel 2:22,100 auf der Uhr – Autsch! Aber so was passiert. Am zweiten Tag ging es dann holprig weiter. Platz 7 im Ausscheidungsfahren, Wechselfehler im 4er und daher Platz 3, knapp hinter Brandenburg. Dazu 11. im A-Lauf des Madison-Wettbewerbs und in der Gesamtwertung Platz 19. Um es auf den Punkt zu bringen: Schwere Verletzungen kann man nicht wegdiskutieren und nur schwer wegtrainieren. Die brauchen ihre Zeit und es braucht ebenso lange, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Ruhe bewahren, alles wird wieder schnell.

Gnadenlose RTF

Tobi und Myrah suchten das RTF-Abenteuer und fanden es schließlich. Bei unfassbar schlechten Bedingungen hielten die beiden unsere Farben bei „Quer durch das Eichsfeld“ hoch. Etwa zwanzig (!) Startende waren für dieses „Gemetzel“ bereit. Extrem schade für den Ausrichter, den Velo Club Eichsfeld (VCE) Duderstadt. Wir fühlen mit euch. Bleibt stark und versucht es im kommenden Jahr erneut. Nach der Wasserung jedenfalls kamen Tobi und Myrah gut und zufrieden im Ziel an. Überwindung ist alles. Foto von Lars van Dijk – danke sehr.

Mehr hoch als breit in Breidenbach

Was für ein fieses Ding, dieser Kurs in Breidenbach. Selektiv sagt man wohl dazu. Die 175 Höhenmeter auf 10 Kilometer klingen zwar nicht viel, aber die Steigung zum Ziel hatte und hat es in sich. Wer sich dort 20–30 Mal im Top-Speed hochquält, weiß ein Lied davon zu trällern. Für Mattis in der U15 kam das einfach noch zu früh. Er ist zu frisch dabei, um sich hier schon zu messen; folgerichtig ein DNF für ihn. Aber der Kopf wird nicht hängen gelassen. Er holt sich in diesem Jahr die wichtigen Rennkilometer und die Routine beim Rohloff-Cup und weiteren, passenden Herausforderungen. Das wird, da sind wir uns sicher.

Und unsere U17? Konrad und Finn waren ja angetreten, die Form in schwierigeren Rennen zu testen, schließlich steht da ja noch die Option TMP-Tour auf dem Schirm. Spoiler: Ein rundum gelungener Auftritt unserer beiden Jungs. Leider am Start – mal wieder – sehr verhalten. Klar, dass zwei Fahrer mit Katharina Palm von Rembe Rad-Net gleich weg waren. Dahinter aber lief es für die Blau-Gelben Runde um Runde besser. Stilistisch sind die zwei seeehr unterschiedlich unterwegs. Im flachen Teil und zwei Drittel des Anstiegs fährt Konrad schön über eine hohe Kadenz und ist prima positioniert. Nur um dann im Übergang zum Flachstück zu merken, dass der Gang so derart dünn ist, dass er Raum verliert, und noch mal kräftig nachdrücken muss. Finn dagegen schaut eingangs der Steigung aus, als würde er lieber ganz aussteigen. Dann aber arbeitet er mit dem gesamten Körper und wuchtet sich mit seinem Rad an die Spitze des Feldes – Runde um Runde. Schön ist echt anders. Aber es ist schnell. So what? Ab der Rennmitte hatten unsere Jungs das Feld vollkommen im Griff und investierten jede Menge Arbeit, um es kleiner werden zu lassen. Eine kleine Unaufmerksamkeit drei Runden vor Schluss lässt leider das Podium außer Sicht geraten. Ein brutaler Krafteinsatz von Finn auf den letzten hundert Metern hätte zwar fast noch Erfolg gehabt, aber eben nur fast. Die Plätze 4 und 5 von 14 sind eindeutig super. Klasse, Jungs.

Christoph, Daniel und ein bärenstarkes Männerfeld.

Christoph: „Zu weit hinten gestartet, zu viele Höhenmeter, zu schnelle Elitefahrer, bin nach etwa 5 Minuten aus dem Feld gefallen. Dann bin ich viel alleine gefahren und ab und zu bei Überrundungen konnte ich ein paar Runden mitfahren, bin dann wieder abgefallen. Irgendwann kam auch Daniel mit einer Gruppe, mit der ich eine Weile mitgefahren bin, bis die nächste Elitefahrergruppe wieder dazu kam.“ Insgesamt aber für Christoph kein Problem, im Gegenteil: Er steigert aktuell seine Form von Rennen zu Rennen und ist gerade in der Mastersklasse voll auf Kurs.

Daniel fand sich in einer richtig gut laufenden Gruppe hinter der Spitze wieder. Als dann die erste Überrundung durch die Spitze anstand, war Daniel mit an Bord und konnte dranbleiben. Das ging so lange gut, bis das Tempo in dem Anstieg noch einmal stark erhöht wurde. „Gefühlt lief es bei mir ganz gut, der Kurs hat mir gefallen, auch wenn es mit den vielen Tempoerhöhungen an den Anstiegen sehr knackig war“, so Daniel. Er kommt als 18. ins Ziel mit zwei Überrundungen, und Christoph kommt als 22. mit zwei weiteren Runden on top dazu. In so einem starken Feld und auf diesem anspruchsvollen Kurs geht das mehr als in Ordnung. Gut gemacht.

MTB Kellerwaldmarathon

Maxi startete seine MTB-Saison beim Kellerwaldmarathon in Gilserberg. Viele Kinder und Jugendliche gingen dort in der U11–U13 an den Start. Anfangs wurde sich beäugt, es musste erst einmal getestet werden, in welcher Form die anderen aus der Wintersaison gekommen waren. Maxi führte mit Ole Mahler aus Dorf Erbach das Feld an, konnte sich dann während der ersten Runde absetzen. Die Jungs waren so flott, dass das Führungsfahrzeug richtig was zu tun hatte, um nicht spontan Windschatten zu geben. Die Strecke wurde von der Organisation neu gelegt. So führte sie in diesem Jahr nicht mehrfach an der Hochlandhalle vorbei, sondern nur einmal zum Ziel. Der Effekt: Zuschauer sahen wenig von den Aktiven. Auf dem von starken Regenfällen komplett durchnässten Kurs erreichte Maxi nach ungefähr 22 Minuten das Ziel und belegte souverän Platz 1 in der U13. Auch Zoe war in der U13 mit dabei. Sie war richtig schnell und kam glücklich als Zweite mit knapp 1:50 Minuten Vorsprung vor der Drittplatzierten ins Ziel. Und der kleine Emil? Der wuchs über sich hinaus, und war der Schnellste der U9 in 12,44 Minuten mit fast zwei Minuten Vorsprung. Gratulation an die drei bärenstarken Kids.

MTB Kyffhäuser

In Bad Frankenhausen startete der Kyffhäuser MTB-Marathon. Eine ganz wunderbare Landschaft zog bei der 48. Austragung erneut viele, viele Aktive in den unterschiedlichsten Disziplinen an. Dazu war die Strecke ohne größere technische Fähigkeiten zu meistern. Auf den 42 Kilometern fuhr Niklas mit 1:21:48 auf Platz 20 (8er AK), Holger wurde 36er (12er AK) mit 1:28:18 und Jakob fuhr auf Platz 57 mit 1:33:00 (AK 5er). Die drei hatten echt ihren Spaß. Klasse!

Extrem-Gravel

Was ein Ritt. Wahnsinn. Tobi und Max waren mit den Jungs von La Forêt beim Harz Gravel. Geplant war, die 66-km-Runde zu fahren. Geplant. Was dann folgte, war so heftig, dass das Rennen von offizieller Seite abgebrochen werden musste – Schneeregen ohne Ende, tiefster Matsch. Das Rennen wurde dann nach einer Runde, also nach knapp 32 km, abgesagt. Julian war mit Daniel auf der 100er-Runde für 2:35 Stunden und 58 Kilometer im Sattel, als ihn der Abbruch traf. Und das war auch absolut richtig, denn durch die tiefen Temperaturen, den Dauerschneeregen und den heftigen Wind war die Gefahr eines Auskühlens zu groß. Sehr schade für alle, denn die Tage zuvor herrschten ideale Bedingungen. Aufwärmen, weiter geht’s, das nächste Gravel-Rennen kommt bestimmt.