Rechtzeitig zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit zog es uns für ein Wochenende auf der Bahn wieder nach Büttgen. Vor einigen Jahren von Hans-Jürgen ins Leben gerufen, sind nun FahrerInnen aus ganz Hessen unter Federführung des HRV mit an Bord – eine klasse Entwicklung.
Wie in jedem Jahr ging es wieder primär darum, den Spaß am Bahnradsport zu vermitteln, die unterschiedlichsten Disziplinen zu erfahren und eventuell vorhandene Ängste abzubauen. Wie sagte HRV-Bahnfachwart Rüdiger May so schön: „Wer es in Büttgen schafft, kann überall fahren.“
Als Ziel gaben Roman und Noah für die Bahnneulinge in Blau-Gelb an, am Ende von Tag zwei keine Probleme mehr mit der blauen Linie und der Höhe zu haben. Ein Ziel, das schon nach wenigen Stunden des ersten Tages kassiert werden musste; da fuhren alle längst überall auf der Bahn.
Mattis machte es als junger U15er prima und ging mit Feuereifer ans Werk. Sein erstes Zwischenfazit war noch von Skepsis geprägt, dann aber war klar, dass Bahnfahren doch eine ziemlich coole Sache war. Lediglich ein kleiner Rutscher zwang ihn zu einem Kurzkontakt mit dem Holz. Kein Ding aber: wieder draufsetzen, ans Feld fahren – das durch die gelbe Flagge gebremst wurde – und dann das Rennen neu aufnehmen. Super. Mattis ist mit seinen 12 Jahren eine Bereicherung für das Team.
Drei für die U17
Konrad hatte als Rookie in der U17 von der ersten Minute an das Grinsen über das gesamte Gesicht. Der Junge hat Traute, keine Frage. Von unserem U17-Trio hatte er an diesen beiden Tagen die schnellsten Beine und zeigte auch hinter dem Derny, dass in dieser Saison richtig was gehen kann für ihn. Finn war bereits das zweite Mal dabei, hat aber immer noch etwas Respekt und fährt gelegentlich etwas zu passiv. Was aber vollkommen okay ist, niemand wird schließlich gezwungen, Bahnradsport toll zu finden. Dennoch: Finn zeigte eine solide und intensive Leistung über beide Tage. Ole schließlich kommt ja eher von der Abteilung „Attacke“ und zeigte in diesem Winter bereits eine klasse Trainingsleistung. So ganz geheuer war ihm die Geschichte mit der Steilwand dann anfangs aber doch nicht. Das ging aber Runde um Runde besser und er spulte sein Programm sauber ab. Blöd, dass gegen Mitte von Tag zwei sich Konrad etwas versteuerte und in den unter ihm fahrenden Ole fuhr. Der flog dann doch ziemlich unsanft ab. Ein Job für Ben also, der eigentlich ein freies Rettungssani-Wochenende haben wollte. Aber was will man machen? Ole war also in besten Händen und am Ende des Tages wieder für ein paar klitzekleine Runden auf dem Rad. Gut so.
Von Männern und Frauen
Apropos Ben: Da schau her, es geht doch noch – und wie. Nachdem er Tag eins komplett ausgepumpt und mit dicken Beinen beendete, war er auch am zweiten Tag super unterwegs. Noch die Kinderübersetzung ändern und schon kann es mit den anderen in diesem Jahr auch gerne mal auf die Bahn nach Darmstadt gehen; gut, dass er die Lizenz wieder gezogen hat. Grund für sein All-out am Tag eins war unter anderem auch Niklas. Die Entdeckung des Wochenendes. Vor seinem lockeren 40-Kilometer Ausfahren mit Ben im 35er-Schnitt zum Hotel zeigte Niklas, wie viel Power in ihm steckt. Unglaublich schnell hinter dem Derny war er. Nur noch Spezialist Falk von der MT war besser als er, alle anderen Männer sowie U19er mussten einsehen, dass Niklas eine Nummer zu schnell für sie war. Und auch in den weiteren Ausdauer-Disziplinen wie den 2000 Metern oder im Ausscheidungsfahren war gegen Niklas (nach Falk) kein Kraut gewachsen. Unfassbar. Der Junge hat definitiv ein Rad zu wenig im Keller – danke für die Leihe geht raus nach Darmstadt.
Joshi dagegen fühlt sich auf der Bahn stets pudelwohl. Von der ersten Minute an saß er cool auf dem Rad. Und es lief gut für ihn. Betrachtet man die Tatsache, dass er (leider mal wieder) einige Krankheitstage zu viel hatte und sein Trainingspensum nicht optimal war, bildete er mit Niklas das schnelle blau-gelbe Duo Infernale. Joshi, da geht was in 2026, eindeutig. Applaus, Applaus.
Und Lydia? Was sollen wir dazu sagen? Keine großen Worte, und schwupps saß sie auf dem Rad und los gings. Zwei richtig gute Tage für sie. Zwar hatte auch sie mit einer viel zu dünnen Übersetzung mächtig zu tun, dafür aber sah man, was für Lydia alles möglich ist. Auch nicht gerade in einem exzellenten Trainingszustand, löste sie jede Aufgabe mit Bravour. Während die meisten Mädels beim Dernyfahren etwas ehrfurchtsvoll die Pause vorzogen, ballerte Lydia bereits hinterher – massenweise Kurbelumdrehungen inklusive. Bravo in die neue Heimat nach Franken.
Und nächstes Jahr? Da hoffen wir, dass noch viel mehr Blau-Gelbe an diesem Wochenende mit am Start sind. Dank an den HRV, an alle HelferInnen und die weiteren Vereine für den klasse Support.