… dann häng doch einfach noch eine Disziplin dran. Wie zum Beispiel beim Quadrathlon das Kajakfahren. Und wenn das Ganze auch noch im eigenen „Wohnzimmer“, nämlich am Auedamm in Kassel, stattfindet und sogar die Europameisterschaft ist, dann lassen sich Markus und Johann nicht zweimal bitten.

Zumal Markus als Titelverteidiger bei den Junioren seinen Titel verteidigen wollte. Bei winterlichen 8 Grad Außentemperatur und 11 Grad Wassertemperatur ging es zunächst für 500 Meter Schwimmen in die „Fulle“. Das war kälter als bei so manchem Nikolausschwimmen der letzten Jahre. Danach Wechsel aufs Rad und den Auedamm für 18 km rauf und runter. Anschließend ins Kajak und 5,5 km auf der Fulda absolvieren, dann noch 5 km Laufen. Die Disziplinen fordern sämtliche Muskelgruppen des Körpers, und so konnte man weit überwiegend Waschbrettbäuche bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehen.

Diese kamen zahlreich aus Frankreich, der Schweiz, Tschechien, Polen, Ungarn und der Slowakei. Darunter auch einige Staffeln.

Markus wurde seiner Favoritenrolle gerecht und siegte mit Bestzeiten seiner Altersklasse in allen vier Disziplinen. Logisch: der Sieg in seiner Altersklasse. Der Zweitplatzierte hatte schon 10 Minuten Rückstand. Superstarke Vorstellung.

Johann setzte noch einen drauf und schwamm die insgesamt drittbeste Zeit, radelte die viertbeste Zeit und lief die siebtbeste Zeit überhaupt. Der missglückte Einstieg in das Kajak verhinderte eine noch bessere Platzierung als den Platz 6 aller Teilnehmer. Das wackelige Kajak kippte zur Seite und Johann musste erst einmal das schmale Sportgerät ausleeren, bevor an eine Weiterfahrt zu denken war. Beim abschließenden Lauf konnte er den vor ihm liegenden Spitzenreiter der Klasse U23 aber wieder ein- und überholen und sich die Europameisterschaft mit rund einer halben Minute Vorsprung sichern. So geht Wettkampf. Nie aufgeben. Auf seine eigenen Stärken vertrauen.