Erneut ging es in Leubingen bei Sömmerda in Thüringen auf die Jagd nach Hessentiteln. Die Veranstaltung hat sich nun seit einigen Jahren bewährt, da muss man aus nordhessischer Sicht nichts dran ändern. Die Felder sind durch die Zusammenlegung wenigstens auf Mindestmenge und so kann das auch mal Spaß machen.

Apropos Spaß: Schon das Wetter spielte bestens mit. War es bei der Abfahrt in Kassel noch eher frisch, gab die Sonne in Thüringen alles – es war sogar so warm, dass das Getränkeanreichen auf den 60 Kilometern + von Männern, Frauen, U23 sowie U19 und U17 lohnte. Für die Männer kamen Noah und Roman zu spät, dafür war gerade unser Vieltrinker Ole dankbar ob der zusätzlichen Flüssigkeit.

Bei den Männern war erneut Eiko Berlitz von der MT das Maß der Dinge. Glückwunsch an das Triple. Die ersten zwölf innerhalb von zwei Sekunden und auf Platz 10, man lese und staune, ein Blau-Gelbes Trikot. Daniel hatte ja schon zuvor etwa in Breidenbach gemerkt, dass da was geht, und fuhr nun ein exzellentes Ergebnis ein. Einen dicken Applaus für diese Leistung und gar nicht auszudenken, was möglich gewesen wäre, wenn Hans, Jakob, Matthias, Luis und die anderen noch mit am Start gewesen wären. Na, vielleicht beim nächsten Mal.

Und wir wollen auch die anderen Jungs nicht vergessen, denn alle kamen hochzufrieden und sturzfrei ins Ziel, und das ist dann doch super. Jan wird 19. und Johann 20. Dazu noch Joshi in der U23, der als Dritter aufs Podest springt. Na bitte, geht doch. Fein gemacht.

Jetz neu: mit Frauenpower

Was die Männer können, das sollte bei den Frauen doch auch drin sein. Und wie. Leevke in ihrem ersten Rennen im feinsten blau-gelben Dress und Noah und Roman an der Bergwertung im Staunen. Runde um Runde der Tenor: „Alter, Leevke… die ist immer noch im Feld. Gibt‘s das denn?“ Dazu saß und pedalierte sie derart gut – großartig. OK, in der letzten Runde ging ihr ein wenig die noch frische Rennluft aus, aber ein dritter Platz bei der Premiere: Was will Frau mehr? Donnernder Applaus für Leevke.

In der U19 hatten wir mit Niklas ganz leicht auf das Podest geschielt, aber leider hat das nicht ganz geklappt. Niklas konnte sein Potenzial nicht ganz ausspielen, lag aber im Feld immer prima. Am Ende sprang ein etwas unglücklicher vierter Platz heraus. Aber halb so wild, die Werte waren gut. Weiter geht‘s, das nächste Rennen wartet schon.

Auch in der U13 hat es für Maxi dieses Mal nicht gereicht. Er war ein wenig verschnupft, fühlte sich aber trotzdem fit fürs Rennen. Und wir wissen ja, wie das laufen kann. Eigentlich – eigentlich – fühlt man sich ok, aber tief drinnen zieht doch jemand die Handbremse an. So kommt Maxi trotz einer guten Vorbereitung auf einen sehr ungewohnten sechsten Platz. Muss er jetzt erstmal sacken lassen und vor allem wieder 100% fit werden. Klar ist aber: Das Jahr hat noch so viele Rennen, immer mit der Ruhe. Wenn die Enttäuschung erst verflogen ist, wird er sicher wieder voll angreifen.

Schließlich unsere U17. Zu schade, dass Konrad kurzfristig krank geworden ist, er wäre sicher super dabei gewesen. So mussten es Finn und Ole richten. Und wie sie das gerichtet haben. Geschlossenes Feld für vier Runden, dann entwischten noch zwei Thrüringer auf den letzten beiden Runden; niemand wollte Finn beim Hinterherspringen folgen, daher ließ er sich wieder ins Feld fallen. Ole war dort sowieso am besten aufgehoben und sollte es auf den Sprint ankommen lassen. 3 Zehntel waren es dann im Ziel. Diese Winzigkeit fehlte sowohl Finn zum Sieg, als auch Ole zu Platz drei. Wir wollen erst gar nicht zu meckern anfangen: Die Plätze 2 und 4 sind beachtlich. Da freuen wir uns schon zu sehen, wie sich die Jungs in Karbach behaupten werden. Bombe, Jungs.

Alles Masters, oder was?

Ein Blick auf viele glückliche Gesichter im Ziel machte klar: Da waren die großen Jungs doch sehr mit sich zufrieden. Und das konnten sie auch sein. Allen voran Christoph, der 1,4 Sekunden hinter Christian Plessing von der MT in der Masters 2 einen tollen dritten Platz nach Hause bringt. Christian pirscht sich Stück für Stück und Rennen für Rennen nach vorn. Eine Klasseleistung.

In der Masters 3 bringt Holger die Zuschauer zum kochen. Eingangs der vorletzten Runde ballert er mit locker 200 Metern Vorsprung auf das Feld an der blau-gelben Fanbase vorbei. Wer nun dachte, das geht so weiter, kennt Holgers berühmte Harakiri-Taktik nicht. Denn merke: Ein Rennen ist nur dann ein richtiges Rennen, wenn im Anschluss die Werte stimmen und man alles gegeben hat. Wer will schon auf dem Podium bei einer gefühlten RTF stehen? Und so wurde der gute Holger wieder vom Feld eingesammelt und landete auf Platz 5. Dahinter kam ein erleichterter und glücklicher Christodoulos ins Ziel. Nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder ein Rennen für ihn: das wird. Wir freuen uns für die beiden.

Schließlich die Masters 4. Tommy schafft es, eine Gruppe mit zwei weiteren Fahrern zu halten und fährt schön gleichmäßig seine Runden. Am Ende fährt er auf den vierten Platz. Prima gemacht, Tommy. Mindestens ebenso prima, die Motivation von Hans-Jürgen. Sicher einer oder der älteste Kandidat im Feld der „Jungspunde“, beißt er sich immer mit maximalem Einsatz durch. Jürgen, wir ziehen den Hut vor deiner Leistung; Platz 7.