Eines der stets ganz frühen Rennen findet in Herford statt. Schon jedes Wetter gab‘s in den vergangenen Jahren dort für die Fahrerinnen und Fahrer zu bestaunen. Niklas in der U19 hatte in diesem Jahr das zweifelhafte Vergnügen, bei noch zartem Nebel und 5 Grad Außentemperatur am Start zu stehen. Noch „schöner“ für ihn: Das Feld der Amateure war gleichzeitig mit am Start – eine, sagen wir mal, eher unglückliche Konstellation. Keine unnötigen Risiken eingehen, war daher angesagt.

Aber Niklas ist in diesem Jahr derart fit, dass er solche Voraussetzungen einfach entspannt hinnehmen kann. Das Rennen entwickelte sich ob der großen Anzahl der Fahrer etwas hektisch, aber Niklas war ganz cool und immer mit dabei. Noch im Ziel gab es keinen sortenreinen Einlauf und so sprang für ihn zwar „nur“ Platz 20 auf dem Papier raus, aber wenn man die Amateure aus dem Kopf löscht, dann war das ein eindeutig zeitgleicher Einlauf der ersten 23 U19-Fahrer. Entsprechend zufrieden war Niklas danach. Er weiß schon zu Saisonanfang: er kann auch in einem starken Feld mitgehen. So macht das richtig Spaß.

Danach am Start: die U17 und Finn. Ein exquisites Starterfeld und auch hier die blau-gelbe Devise: Auf dem Rad bleiben, keine Irrsinnsaktionen, die Saison ist noch lang. Finn hatte am Ende der zweiten Runde Pech, dass er den Zug nicht mitbekam, und fand sich dann in einer Fünfergruppe wieder. Die machten ihre Sache gut und Finn war derjenige, der die Gruppe immer wieder nach Start/Ziel über den Anstieg führte. Fast hätten sie das Feld sogar noch erwischt, aber eben auch nur fast – dafür müssen aber alle arbeiten. Dennoch keine Tragik. Vorn machte Daan Ensenbach schnell den Deckel drauf und erarbeitete sich einen Rundengewinn, dahinter gab es ein kleines Bütgener 3er-Mannschaftszeitfahren und dann kamen Hauptfeld und die Verfolger mit Finn ins Ziel. Auch Finns Form passt also prima. Denn nimmt man die Ausnahmekönner heraus, ist Finn absolut bei der Musik dabei. Ein richtig guter Auftakt für ihn in 2026.

Für Mattis in der U15 war es dagegen ein wirklich gebrauchter Tag. Er ist ja unser „Rennwelpe“ und hat das erste Lehrjahr vor der Brust, daher gilt für ihn immer: Rennkilometer sammeln und dabei sein ist alles. Schon nach der ersten Runde war es aber dieses Mal einfach zu viel. Das starke Feld gab sofort Vollgas und dahinter kam mit Dampf die starke U13-Meute. Mental zu viel Druck, da machten auch die Beine zu. Nachdem sich der Rauch im Kopf gesenkt hatte, war Mattis aber wieder hellwach und analytisch bei sich. Sein Ziel für das nächste Rennen ist es, bis zum Ende dabeizubleiben. Dabei werden ihm die Rennen im Rohloff-Cup sicher helfen. Da sind wir ganz sicher. Kopf hoch.

Auch Maxi musste sich in der U13 einer starken Konkurrenz stellen. Die aber hatte er die gesamte Renndistanz voll im Griff. Exzellent zog er ein ums andere Mal das Feld über den Anstieg, nahm dann ganz profimäßig raus, rollte mit. Da waren doch alle gespannt, wie das Finale wohl gefahren würde. Leider lief es für Maxi nicht nach Plan. Im Massensprint fehlte ihm der letzte Kick, Platz 8. Ob er sich noch viel mehr im Feld verstecken muss? Oder doch früher das Heil in der Flucht suchen? Das gilt es zu besprechen, denn ein Platz auf dem Podium wäre an diesem Tag absolut realistisch für ihn gewesen. Dennoch muss man das jetzt nicht dramatisieren, es ist schließlich erst März. Alle mal die Ruhe bewahren und durchatmen.

Und die blau-gelben Männer? Andreas in der Masters 3 unkte schon vor dem Start: „Wenn ich bei meinem schmerzenden Rücken zwei Runden schaffe, ist das schon gut.“ Schluss war dann bereits nach Runde eins. Abhaken, weiter geht’s. Weiterhin musste auch Christoph spontan wegen Krankheit passen. Insgesamt wären zwei bis drei mehr am Start schön gewesen, aber was nicht ist, kann ja im Saisonverlauf sicher noch werden.