{"id":365,"date":"2018-01-16T15:10:20","date_gmt":"2018-01-16T15:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/zweirad-kassel.de\/?p=365"},"modified":"2018-01-16T15:10:20","modified_gmt":"2018-01-16T15:10:20","slug":"l-eroica-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rvmedia.de\/index.php\/2018\/01\/16\/l-eroica-2017\/","title":{"rendered":"L&#8216; Eroica 2017"},"content":{"rendered":"<p>Am ersten Oktober startete in Gaiole in Chianti zu wiederholten Mal die L&#8216; Eroica. Eine Radveranstaltung mit 5.000 bis 6.000 Teilnehmern auf historischen R\u00e4dern und mit historischer Gewandung. Dabei stehen mehrere Strecken zur Verf\u00fcgung. Es konnte zwischen Strecken von 46 \u2013 209 km gew\u00e4hlt werden. Wir&nbsp;\u2013&nbsp;<strong>Bernd und Sebastian<\/strong> \u2013 hatten uns f\u00fcr die 75 km Runde entschieden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eine v\u00f6llig ausreichende Herausforderung. Verl\u00e4uft die Strecke doch auf einem Drittel auf Naturstra\u00dfen und weist die toskana-typischen H\u00f6henmeter auf. F\u00fcr den Erhalt der Naturstra\u00dfen aus wei\u00dfem Stein, man k\u00f6nnte auch von Schotter sprechen, macht sich seit langem ein dortiger Verein stark.<\/p>\n<p>Die <strong>Toskana um Siena<\/strong> herum ist eigentlich pr\u00e4destiniert f\u00fcr eine Kompaktkurbel \u2013 1.522 H\u00f6henmeter sind auf der 75 km Runde zu bezwingen. Wie sollte das mit historischen 42\/26 als kleinste \u00dcbersetzung zu schaffen sein? Zumal der Untergrund oft nicht das Fahren im Wiegetritt zul\u00e4sst. Genau dies galt es am Morgen des 1. Oktober heraus zu finden. Unser Startkorridor lag zwischen 7 und 10 Uhr. Erfahrungsgem\u00e4\u00df steht der Ort&nbsp; Gaiole mit seinen vielleicht 1.000 Einwohnern und drei Zufahrtswegen angesichts der Teilnehmermassen vor einem gr\u00f6\u00dferen Verkehrschaos. So waren wir nicht die Einzigen, die morgens dort hin wollten. Wir hatten tags zuvor eine Hoteleinfahrt als m\u00f6glichen Halt ausgemacht. Dank unseres speziellen <strong>Shuttleservice in Form von Hannelore<\/strong> konnten wir uns eine aussichtslose Parkplatzsuche ersparen und gem\u00fctlich in den Ort rollen. Doch dann hie\u00df es erstmal anstehen. Vom ausgeschilderten Anfang der Startzone bis zur Startlinie ging es in einzelnen Schritten voran. 250 m in 45 Minuten! Dann gingen wir endlich auf die Strecke. P\u00fcnktlich zu unserem Start setzte leichter Nieselregen ein. Auf der absch\u00fcssigen Strecke Richtung Siena war Obacht angesagt. Bernd und ich mu\u00dften aufpassen, um nicht \u201eabger\u00e4umt\u201c zu werden. Viele der Starter scheinen nicht allzu ge\u00fcbt mit der Radbeherrschung und Haken und Riemen. Denn selbstverst\u00e4ndlich: Klickpedale sind verboten.<\/p>\n<p>Zuerst ging es auf einer asphaltierten Landstra\u00dfe aus dem Ort hinaus gen S\u00fcden. Dann ein scharfer Linksknick und schon waren wir im ersten Anstieg des Tages. Dieser f\u00fchrte zum ersten <strong>\u201ePave\u201c-St\u00fcck<\/strong> des Tages. Ganz sch\u00f6n kniffelig, sich seinen Weg zu bahnen und w\u00e4hrend der \u00dcberholvorg\u00e4nge nicht in dem losen Fahrbahnbelag zu versinken. Wenig sp\u00e4ter folgte die erste Abfahrt des Tages. Und das Ganze noch auf Schotterstra\u00dfe. Da waren Unterlenker und noch mehr Vorsicht angesagt. Zudem forderte die Fahrt mit st\u00e4ndigem Auf und Ab auf nassen Stra\u00dfen viel Konzentration. Auf der Strecke blieb dabei eindeutig der Genuss der tollen Impressionen und Ausblicke. Aber wir waren ja auch nicht einfach zum Spa\u00df in die Toskana gereist. Eindeutig zu sp\u00e4t dann nach etwa 50 km der erste Verpflegungshalt. In einem riesigen Zelt wurden viele allzu leckere Dinge angeboten. <strong>Vom Kuchen \u00fcber Brot, Parmaschinken, Wurst bis Rotwein<\/strong> konnte man sich nach Herzenslust verk\u00f6stigen. Wasser f\u00fcr die Flasche gab es nat\u00fcrlich auch. Danach eine wilde, schnelle und steile Abfahrt. Rechtskurve weit, dann Linksschwung in den n\u00e4chsten Anstieg. Einmal war der Anstieg so steil und der Schotter so viel, dass Sebastian nicht mehr aus den Pedalen kam und einfach seitlich umfiel. Im Anschluss kamen aber die Verpflegungsstellen sehr zahlreich. Jedes Mal gab es eine Vielzahl an Leckereien. Zwischen Pave-Abschnitten folgten nun auch l\u00e4ngere asphaltierte Abschnitte. Nach der letzten Verpflegungsstelle folgte noch eine gef\u00e4hrliche Abfahrt durch kleine Ortschaften. Dann ging es das letzte Mal Berg hoch. Nach dem Pass die Abfahrt zur\u00fcck nach Gaiole. Es war geschafft! Nach 4 Stunden \u00fcberfuhr \u2013 oder besser schob \u2013 Sebastian die Ziellinie, Bernd folge kurz darauf.<\/p>\n<p>Neben dem eigentlichen Rennen verwandelte die L&#8216; Eroica den Ort Gaiole f\u00fcr einige Tage in das <strong>Eldorado f\u00fcr historisches Radfahren<\/strong>. Dabei steht nicht sportliche H\u00f6chstleistung im Vordergrund. Historische Wolltrikots sowie Material en masse verwandeln den Ort in eine wahre Hinguckmeile. Und die Fahrer str\u00f6men von \u00fcberall her nach Italien. So f\u00e4hrt der Brite mit Sack, Pack und Zelt schnell f\u00fcr ein paar Tage runter in die Toskana! Erstaunlich, wie viele von der Insel den Weg dorthin gefunden hatten. Ein Markt mit historischen Teilen, Bekleidung und R\u00e4dern verzauberte den interessierten Besucher. Hier fand man R\u00e4der mit drei G\u00e4ngen und einer Zugschaltung am Hinterbau, aber auch f\u00fcr Hakenpedalen geeignete Schuhe in allen Gr\u00f6\u00dfen. Sebastians Schn\u00e4ppchen: eine passende Pumpe f\u00fcr sein rotes Colnago Rad.&nbsp;<\/p>\n<p>Ob wir eine zweite Teilnahme beabsichtigen? Wer wei\u00df? Die Topologie mit langen Steigungen von \u00fcber 15 % sind keine Seltenheit. Ob da ein historisches Sportger\u00e4t wirklich die richtige Wahl ist?<\/p>\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am ersten Oktober startete in Gaiole in Chianti zu wiederholten Mal die L&#8216; Eroica. Eine Radveranstaltung mit 5.000 bis 6.000 Teilnehmern auf historischen R\u00e4dern und mit historischer Gewandung. Dabei stehen mehrere Strecken zur Verf\u00fcgung. Es konnte zwischen Strecken von 46 \u2013 209 km gew\u00e4hlt werden. 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